Presse und Fakten
Auf diesen Seite findet ihr Links zu Presseartikeln (teilweise leider hinter einer Bezahlschranke) zum Thema Bildung und eine von uns zusammengestellte Faktensammlung zur weiteren Unterfütterung der Petitions-Forderungen.
Fakten
Verwaltung
Wir wollen hier zur nachdrücklichen Begründung unseres Antrags auf externe Evaluation der Organisation und Arbeitsweise des Kultusministeriums nur drei der (uns bekannten) „Leuchtturm“-Negativbeispiele erwähnen, die diesen Schritt nahelegen:Personalplanung I, Geisterstellen
1440 unbesetzte Lehrerstellen
Im Juli dieses Jahres fiel im Kultusministerium auf, dass weit mehr als 1000 Lehrer-Planstellen über Jahrzehnte nicht besetzt wurden. Was soll man dazu sagen? Immerhin ist es Frau Schopper hoch anzurechnen, dass sie auf diese Tatsache aufmerksam gemacht hat. Wussten ihre Vorgänger:innen vielleicht auch schon davon, haben sich aber nicht getraut an die Öffentlichkeit zu gehen?
Wenn sogar selbst der umstürzlerischer Umtriebe unverdächtige ehemalige Ministerpräsident Günter Öttinger (CDU)der Auffassung war, das Problem ließe sich nur durch die Neugründung des Ministeriums lösen, und sich auch der amtierende Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) über die Jahre gerade über die Lehrerstellenverwaltung und die Trägheit der Schulverwaltung immer wieder kritisch geäußert hat, dann liegt wirklich sehr viel im Argen. Jede Lehrkraft im Staatsdienst kann aus dem Stand mindestens eine haarsträubende Kultusverwaltungsgeschichte erzählen.
Presse
"An der Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen Kultusverwaltung gibt es schon seit vielen Jahren große Zweifel, der frühere Ministerpräsident Günter Oettinger (CDU) war sogar der Auffassung, das Problem ließe sich nur durch die Neugründung des Ministeriums lösen, auch der amtierende Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich über die Jahre gerade über die Lehrerstellenverwaltung und die Trägheit der Schulverwaltung immer wieder kritisch geäußert."
Staatsanzeiger: Die 1440 Geisterstellen sind ein Strukturproblem
F.A.Z: 1440 unbesetzte Lehrerstellen
SWR: Warum blieben 1.440 unbesetzte Lehrerstellen unentdeckt?
Personalplanung II, Abschluss 2025
Nach Abschluss der gymnasialen Ausbildung 2025 hat sich herausgestellt, dass nur wenige Referendar:innen vom Kultusministerium eine Stelle als Gymnasialleher:in angeboten bekommen.
Nun gibt es noch 360 Stellen zu vergeben, aber noch 1.128 junge Lehrkräfte, die ans öffentliche Gymnasium wollen, hieß es aus dem Ministerium. Mehr als die Hälfte wird im Juli mit dem 18-monatigen Referendariat fertig, der Rest hat sich schon mal beworben.
In den ersten Jahren des Übergangs werden weniger Lehrkräfte gebraucht, weil Schülerinnen und Schüler in G9-Klassen weniger Unterricht pro Woche haben als bei G8. Nach Berechnungen des Ministeriums werden bis zum Schuljahr 2030/2031 knapp 1.600 volle Stellen weniger benötigt. Erst im Jahr 2031/2032 ändert sich das dann langsam und im Schuljahr darauf werden auf einen Schlag 860 mehr Stellen als heute gebraucht.
Quelle: SWR: Junglehrer ohne JobDigitale Bildungsplattform "ella" nicht betriebsfähig
Im Jahr 2018 musste das Kultusministerium das Scheitern eines digitalen Projektes eingestehen: 24 Millionen Euro Ausgaben plus Kosten in unbekannter Höhe, die durch die Projektsteuerung im Ministerium und bei dem damaligen Dienstleister KIVBF entstanden waren. Die KIVBF war ein öffentlich-rechtlicher Zweckverband, der zudem am 1.7.2018 mit weiteren zu selbem Zweck gegründeten Verbänden fusionierte (siehe Wikipedia). Man mag sich nicht vorstellen wie viel Energie in die Fusionsgespräche floß. Es ist daher nicht verwunderlich, dass fachliche Fragen nicht mit höchster Priorität behandelt wurden.
Presseecho
BaWü-Pressemitteilungen vom 23.02.2018
Die digitale Bildungsplattform "ella" hat Kosten in Höhe von 24 Millionen Euro verursacht, berichtet die Schwäbische.de. Diese Kosten wurden für die Entwicklung und Einführung der Plattform aufgewendet, die Lehrer und Schüler vernetzen soll, so die Schwaebische.
Schwäbische Zeitung: Digitale Plattform „Ella“ soll Schulen revolutionieren
Desaster um “ella”: Rechnungshof listet Fehler bei Schulcloud auf
STUTTGART. Nun hat die baden-württembergische Regierung es schwarz auf weiß: Das Land selbst hat zum Scheitern der Bildungsplattform «ella» beigetragen – sagt der Landesrechnungshof. Kommt nun ein Untersuchungsausschuss?
News4Teacher
Unsere Anfrage an ChatGPT-KI mit folgendem Prompt:
"Gibt es Informationen zu ella, das war der Versuch des Landes Baden-Württemberg ein Lehrerauskunftsprogramm einzuführen. Dies ist 2018 gescheitert. Gab es dazu eine parlamentarische Aufarbeitung?"
ergab diese
ChatGPT-Ausgabe
Das ella-Projekt - Überblick:
"ella" war eine digitale Bildungsplattform Baden-Württembergs, die am 26. Februar 2018 wegen massiver technischer Probleme nicht wie geplant starten konnte. Die Plattform sollte allen 1,5 Millionen Schülern und Lehrern in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen.Finanzielle Dimension und Streitigkeiten
Das Land forderte 6,5 Millionen Euro von der Entwicklerfirma Iteos zurück, nachdem das Vertragsverhältnis durch den Rücktritt des Landes beendet wurde. Gleichzeitig forderten die Entwickler der gescheiterten Bildungsplattform "ella" vom Land Baden-Württemberg 20 Millionen Euro für ihre Arbeit.Parlamentarische Aufarbeitung
Rechnungshof-Untersuchung: Das grün-schwarze Kabinett beschloss im Oktober 2018, die obersten Rechnungsprüfer des Landes mit der Untersuchung zu beauftragen. Ein Gutachten des Rechnungshofs Baden-Württemberg lastete die Versäumnisse vor allem dem Kultusministerium an.
Diskussion über Untersuchungsausschuss: Es gab Diskussionen darüber, ob trotz des Rechnungshof-Gutachtens noch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gebraucht würde, wobei besonders die SPD als Initiatorin des Projekts dies abwägen müsse.
Kultusausschuss-Behandlung: Der Fall wurde im Kultusausschuss des Landtags behandelt, jedoch konnte ich keine Hinweise auf einen eigenen parlamentarischen Untersuchungsausschuss speziell zu "ella" finden.Ergebnis der Aufarbeitung
Die parlamentarische Aufarbeitung erfolgte primär über:
- Die Rechnungshof-Untersuchung (2018-2019)
- Behandlung im Kultusausschuss
- Diskussionen über einen möglichen Untersuchungsausschuss, der aber offenbar nicht eingesetzt wurde
Das Projekt wurde als "Leuchtturmprojekt" angekündigt und ist gescheitert, mit einem finanziellen Schaden in Millionenhöhe. Eine vollständige parlamentarische Untersuchung durch einen eigenen Untersuchungsausschuss fand jedoch nicht statt.
Einen Untersuchungsausschuss hat es nie gegeben!
Da dürfen wir gespannt sein, wie es mit dem neu 2024 eingeführten KI-System (BW-Pressemitteilungen und Badische Zeitung) weitergeht.
Politik, Presse, Links zum Thema
Einige deser Artikel sind leider nur über einen (kostenpflichtigen) Benutzerzugang zu erreichen.- IQB-Bildungstrend 2024:
Es ist erstaunlich, wie die Ergebnisse der IQB-Bildungstrendstudie schön geredet werden;
BaWü ist das Land, welches in den meisten Kompetenztests am wenigsten schlechter geworden ist - das wird jetzt bereits als Erfolg bezeichnet!
Tiefstand der Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften
Frau Schopper in der Badischen Zeitung am 16.11.2025
Partei Die Grünen zur IQB-Studie
Mitteilung auf der Landesseite vom 16.10.2025
Zeit Nr. 30/2025: Leistungsdruck, Bildungspolitik, Schulangst - Der IQB-Schock – und der Frust in den Schulen:
Deutschlands Schülerinnen und Schüler verlieren – so beobachtet es die Dortmunder Mathematikdidaktikerin Prof. Susanne Prediger – zunehmend den Spaß an der Mathematik und mit ihm die Grundlagen. Der neue IQB-Bildungstrend zeigt dramatische Einbrüche auf allen Leistungsebenen. Prediger, Mitglied der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK, erklärt, warum die Entwicklung kein Zufall ist – und warum „Fördern“ in zu vielen Klassenzimmern offenbar mit „Schonen“ verwechselt wird.
News4Teacher 10.2025: Ohne Trendwende werden auch viele Lehrkräfte nicht mehr lange durchhalten - Der nicht erreichte Schulfrieden 2024
Es gab 2023/24 einen Anlauf für den sogenannten Schulfrieden - die Zusicherung, dass, sollten sich die Mehrheiten nach einer Legislaturperiode ändern - die Bildungspolitik nicht wieder kleinmütig dem Parteikalkül geopfert werden wird. Auf diesen sehr sinnvollen Nenner, wollten sich die Parteien dann leider doch nicht begeben, aber nur so könnte eine echte Bildungsreform überleben zu Stande kommen. Unsere Meinung: Der Schulfrieden muss sein; Schluss mit dem kleinmütigen Parteiengezänk.
Pressemitteilung der SPD vom 31.12.2024: Ohne echte Lösungen gibt es auch 2025 keinen Schulfrieden
Stuttgarter Nachrichten 29.3.2024 (Bezahlschranke): Warum erst Wochen später über den Schulfrieden gesprochen wird
Der Schulpädagoge Klaus Zierer in der Badischen Zeitung vom 2.11.2025: Bildung muss Chefsache im Kanzleramt werden - Wahlkampfaussagen
SPD
Die Badischen Zeitung schreibt am 3.11.2025 zum "Zukunftsplan" des SPD-Spitzenkandidaten Stoch unter anderem:Im Bildungsbereich setzt Stoch auf gebührenfreie, qualitativ hochwertige Kita-Plätze und eine Reform des Schulsystems mit zwei Säulen: „Realschulen und Gemeinschaftsschulen sollen zu einer zweiten starken Säule neben dem Gymnasium werden.“ Ein landesweites Schulmodernisierungsprogramm und der Aufbau eines zentralen Weiterbildungsraums sollen die Bildungslandschaft für die Zukunft fit machen.
Was dabei wohl rauskommen würde? - Bildungsausgaben 2023 im Vergleich
- Durchschnitt Österreich/Schweiz: 13,1 %
- Durchschnitt Nordische Länder: 12,4 %
- Durchschnitt Europäische Union: 9,6 %
- Deutschland: 9,2 %
Gibt es dazu noch Fragen?